“Ich bin ein Baum, ich bin ein Baum…”
Sie saß auf einem Stuhl, die Arme angewinkelt nach oben gerichtet, und wippte leicht hin und her. Als würde sich eine Brise sanft durch ihre Fingerspitzen, die so taten als währen sie Äste, drücken. Sie sprach diesen Satz immer wieder monoton aber nicht ohne sich ein kleines selbstgefälliges Lächeln verkneifen zu können.
“Du bist ein Baum?”, fragte ich, als ich mich an den Ecktisch neben ihr setzte und sie nun mit hochgezogenen Augenbrauen ungläubig ansah. “Und ich dachte ich wär’ der größte Spinner hier.”
“Ja, ich bin ein Baum.” Sie sagte diesen Satz aus voller Überzeugung und öffnete dabei ein Auge um mich kurz zu mustern, schloss es dann aber sofort wieder.
“Warum?” Ich breitete langsam leere Blätter und ein paar Stifte, die lose durch meinem Rucksack flogen vor mir auf dem Tisch aus. Ein Test in Latein stand an.
“Oh, weist du, ein Baum ist ein so wandelbares Wesen. Und als solches verstehe ich mich auch.”
“Das versteh’ ich nicht. Ein Baum steht doch immer nur an der selben Stelle und macht im Prinzip nichts.”
“Gerade weil der Baum immer an derselben Stelle steht muss er sich ja auch was einfallen lassen, damit ihm nicht so schnell langweilig wird. Ich geh ja auch jeden Tag in die selbe Schule, treffe die selben Leute und lerne bei den selben Lehrern.” Jetzt nahm sie die Arme runter und öffnete beide Augen. Ich habe wohl ihre Aufmerksamkeit erregt. Vermutlich wartete sie nur darauf, dass sie jemand ansprach, der sie nicht gleich für vollkommen verrückt erklärte. Sie fuhr fort: “Weißt du, ein Baum bleibt in der Grundform eigentlich immer gleich, aber über den Zeitraum von einem Jahr ändert er ständig sein eigenes Aussehen. Das macht er meiner Meinung nach mit voller Absicht: Im Frühling bunte Blüten – im Sommer grüne Blätter – Im Herbst taucht er sich in die schönsten Rottöne und im Winter ist er so eine Mischung aus Punk und Gothic irgendwie. Aber er siht vor allem immer anders aus. Ich empfinde es so, dass es nichts schlimmeres gibt als wenn Leute, die mich richtig lange schon nicht mehr gesehen haben, auf mich zukommen und so einen Satz sagen wie: »Du hast dich ja gar nicht verändert!« Ich hasse das! Ich entwickle mich ständig weiter, werde erwachsener und vor allem reifer. Da ist dieser Satz das Letzte, was ich hören will.”
“Kann ich irgendwie verstehen. Aber warum ausgerechnet ein Baum? Ich meine es gibt doch noch deutlich wandelbarere Lebewesen auf der Welt. Zum Beispiel ein Chamäleon, oder so”
Plötzlich verzieht sich ihr Schmunzeln zu einem breiten Grinsen. “Weist du ein Baum ist, außer das er sich ständig verändert, auch ziemlich robust und stark – den bringen nur wenige Dinge zu Fall. Und da mir mein Notenspiegel sagt, dass ich den Lateintest gleich bestehen sollte, hoffe ich einfach dass sich der Test nicht einbildet eine Kettensäge zu sein!”
Lateintestvorgedanken
Ich wohne jetzt in Berlin
Ist der nicht schön? Wollt ich eigentlich nur zeigen, weil ich nach dem Umzug gemerkt hab, dass ich eigentlich ziemlich viel ziemlich awesome Zeug hab. Deshalb gibt’s das Ganze jetzt auch noch einmal im Detail:
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Bild 1 zeigt die Oberen Fächer in denen meine Fachliteratur darauf wartet gelesen zu werden, eine Weiße Maske auf handschuhen ruht, ein ziemlich altes Buch steht, dessen Bedeutung erst später im nächsten Jahr gelüftet wird und eine Siegelkerze samt Stempel darauf wartet endlich eingesetzt werden zu können. Im Fach darunter habe ich die Geige meines Großvaters drapiert. Das Notenheft liegt auch bereit.
Bild 2 zeigt das unterste Fach: dort liegen meien Skizzen-Bücher und einen Teil meiner Abschlussprüfung… plus eine CD-Sammlung von klassischen Künstlern – damit es so aussieht als wär’ ich intellektuell.
Demnächst gibt es vielleicht noch mehr Bilder aus meiner Wohnung. Aber im Moment ist die Kamera noch unterwegs und die Bilder haben eine eindeutig zu schlechte Qualität (Nach Firmwareupdate meines Handys ist die Kamerafunktion nicht mehr so gut wie sie einmal war….)
(Ach so ich werd jetzt – nachdem ich endlich wieder Internet habe – auch wieder etwas öfter Bloggen… versprochen)
Und das ist mein Schrank!