Wie gesagt. Normalerweise wäre das Abführen durch einen Sicherheitsbeamten und das damit verbundene Zählen des Lagerbestandes genug Aufregung für einen Tag. Nicht jedoch, hier:
Im Büro angekommen wollte ich sofort anfangen Windows 7 zu installieren. Dafür nahm ich die soeben gekaufte Festplatte her, schloss sie an meinen Laptop an und… nichts. Kein Lämpchen das Leuchtet, kein Datenträger im System. Die Festplatte war tot. Auch Versuche an anderen Rechnern, ja sogar an anderen Betriebssystemen wollten das Speichermedium nicht zum Leben erwecken. “Lebe! So lebe doch endlich!” Es half nichts. Trotz alle Bemühungen manifestierte sich in mir die Gewissheit noch einmal in den Saturn zu gehen. Da ich diesen Gang so schnell wie möglich hinter mir haben wollte beschloss ich mich noch am gleichen Abend auf den Weg zu machen. Bedingt durch die vorangegangenen Erlebnisse beschloss ich die Windows 7 Upgrade DVD vorsorglich einen Freund anzuvertrauen – mit der Bitte sie mir nach den Besuch im Saturn wieder auszuhändigen. Man möchte ja nicht nochmal durch diesen schrillen Piepton mit den Sicherheitsbeamten in Kontakt kommen.
Im Saturn angekommen ging ich den schon Bekannten Weg: Ich sprach an der Information vor, diese gab mir einen Laufschein und schickte mich in den 3. Stock. Dort angekommen sprach ich wiederum eine Servicekraft aus der Abteilung an, die mir auch promt anbot die defekte mit einer Baugleichen umzutauschen. Ich willigte diesem Vorhaben unter der Prämisse ein, dass die neue Festplatte vorab im Geschäft auf ihre Funktion getestet wird. Die Servicekraft willigte ebenfalls ein und schnitt auch prompt eine der Plastikverpackungen auf um die Festplatte an einen Rechner anzuschließen. Sie funktionierte. Die Servicekraft steckte die Festplatte wieder in die Plastikverpackung und machte mir einen Vermerk auf meiner Quittung. Ich solle nun wieder zum Informationsschalter im EG gehen. Dort angekommen zeigte ich die Quittung vor- Im Computer wurden noch ein paar Eintragungen vorgenommen und ich wurde losgeschickt. Auf die Frage, ob ich jetzt einfach durch die Sicherheitsschranke gehen kann antwortete die nette Dame an der Information mit einen freundlichen “Aber selbstverständlich.”
Also gut. Ich zögerte etwas, drehte mich in Richtung Ausgang und setzte einen Schritt vor den Anderen. Nur wenige Meter und ich wär endgültig draußen – Freiheit. Noch zwei Schritte. Die Anspannung steigt ins Unermessliche. Mein Herz rast. Jetzt stehe ich in einer Linie mit der Sicherheitsschranke. Ich kann die Suchenden strahlen der Lichtschranke förmlich schmecken. Aus den Hintergrund höre ich ein “Wird’s jetzt langsam? Det jibt och noch andere Leute die hier wieder raus wollen!” Es war die Dame vom Informationsschalter. Ich nehme sie kaum noch war. Schweiß tropft mir von der Stirn. Ich kneife die Augen zusammen und wage den finalen Schritt.
PIEP PIEP PIEP
Das wovor ich Angst hatte ist eingetreten: Die Informationsdame hat die Festplatte nicht über den magnetischen Teil des Tisches gezogen. Ein Sicherheitsbeamter schreitet auf mich zu. Es ist der selbe wie vorhin. Eine Welt bricht in mir zusammen. “Na dich kenn ick doch noch!?” Bemerkte er. Ich schaute zu ihn auf und gab ein leises “Ja” von mir. Ich hatte die nicht unbegründete Befürchtung, dass alles jetzt noch schlimmer kommt als vorher. Schließlich ist es etwas auffällig, wenn man zweimal an Tag wegen einer Festplatte an den selben Sicherheitsbeamten gerät.
Er jedoch meinte zu meiner Erleichterung: “Ick hab dir schon von Weitem beobachtet. Des passt schon. Ick muss nur die Platte nochmal über det Magnetband ziehen und du zeigst mir kurz den Kassenzettel.”
Damit hatte es sich dann auch. Das absurde dabei ist, dass ich in diesem Fall wirklich eine Festplatte hätte klauen können, denn die Verpackung wurde ja von den Typen aus den dritten Stock geöffnet und ich hätte einfach die Festplatte aus der Verpackung nehmen, die Verpackung irgendwo im Laden verstecken und mir eine neu verpackte mitnehmen können. Ich ging aus den Saturn raus und draußen stockte ich kurz. Ein Gedanke schoss mir durch den Kopf: Was ist, wenn durch das ziehen über das Magnetband die Festplatte so in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass das der Grund dafür ist, das die letzte Festplatte nicht funktioniert?
Ich beschloss also sofort umzukehren, bevor ich wieder einen weiteren Weg wegen einem defekten Teil zurücklegen müsste. Ich Stellte mich neben den Sicherheitsbeamten und packte mein Laptop aus. Ich erklärte ihn meinen Gedankengang und er willigte ein das kurz zu testen. Die Festplatte lief. Immer noch. Glück gehabt. Ich ging nach Hause. Glücklich. Vorerst.
Denn bei normalen Leuten endet diese Odyssee hier. nicht aber bei mir. Wie es weiter geht, erfahrt ihr demnächst.
Kefa:
ROFL, oh man! Jetzt bin ich aber wirklich gespannt, wie es weiter geht. Hast du womöglich überlegt, den gleichen Trick noch mal anzuwenden um doch noch eine zweite Platte zu klauen?
Merzmensch:
Oh, je, das erinnert mich irgendwie an den Film “Brazil”